Der Abgasturbolader als reine Strömungsmaschine ist demnach nicht mechanisch, sondern ausschließlich thermodynamisch, an die eigentliche Arbeitsmaschine, den Kolbenmotor gekoppelt. Man kann daher von einer Verbundmaschine sprechen. Der Arbeitsprozess der Kolbenmaschine wird nämlich durch den Verbund mit dem Turbolader und dem Ladeluftkühler um drei wichtige Zustandsänderungen erweitert. Zum Vergleich die beiden Arbeitskreisläufe des normalen Kolbenmotors und des aufgeladenen Motors.
Die Vorteile des Abgasturboladers liegen in der einfachen und leichten Bauweise, sowie dem günstigen Wirkungsgrad. Die anfänglichen Nachteile von
aufgeladenen Motoren (schlechtes Ansprechverhalten „Turboloch“,
Leistungsverluste durch die aufgeheizte Ladeluft, starke thermische und
mechanische Beanspruchung des Motors und der Abgasanlage) konnten durch
Verwendung von immer kleineren Laufzeugen, Ladeluftkühlern, besseren
Materialien sowie neuer Regelungstechniken (z.Bsp. VTG/VNT Steuerung) stark
verringert werden.
In der Energiebilanz des Verbrennungsmotors stellt die nutzbare Motorleistung nur rund ein Drittel dar.